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Kuno Lange

Bildhauer, Grafiker und Maler

Bild zweier surrealer Kopfskulpturen aus Ton von Kuno Lange

Ein Künstlerleben zwischen Handwerk und freier Kunst

Kuno Lange, geboren 1950 in Dortmund, gehört zu jener Generation Ruhrgebietskünstler, die ihre kreative Identität aus der Verbindung von handwerklicher Präzision und künstlerischer Freiheit schöpfen. Sein Werdegang liest sich wie ein konsequenter Weg von der angewandten zur freien Kunst: Nach einer Ausbildung und Tätigkeit als Tiefdruck-Retuscheur (1966–1971) studierte er an der Fachhochschule Krefeld bei Prof. Steiger und Prof. Albrecht sowie an der Folkwangschule Essen Bildhauerei und Aktstudium bei Prof. Kratz und Prof. Reker. 1982 führte ihn ein Studienaufenthalt an die renommierte Rijksakademie Amsterdam. Seit 1978 arbeitet er als freischaffender Bildhauer und Maler.

Ein vielseitiges Werk

Was Kuno Langes Schaffen auszeichnet, ist seine bemerkenswerte Vielseitigkeit — sowohl in der Wahl der Disziplinen als auch der Materialien. Sein bildhauerisches Werk umfasst Skulpturen aus Keramik, Bronze, Polyester und Stahl sowie Papierarbeiten. In der Fläche bewegt er sich souverän zwischen Malerei, Zeichnung, Wachskreide-Arbeiten, Monotypien und freien „Skribbles". Diese Bandbreite zeugt von einem Künstler, der sich nicht auf eine Technik oder ein Medium festlegen lässt, sondern stets den Dialog zwischen Form, Material und Ausdruck sucht.

Besonders hervorzuheben sind seine Keramik-Köpfe, die auf seiner Website prominent präsentiert werden und offenbar einen zentralen Werkbereich darstellen. In ihnen verdichten sich bildhauerische Formfindung und eine unmittelbare, teils archaisch anmutende Ausdruckskraft.

Kunst im öffentlichen Raum

Ein gewichtiger Teil von Langes Schaffen liegt im Bereich Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum. Seit Ende der 1980er Jahre hat er zahlreiche Wettbewerbe gewonnen und Aufträge im gesamten Ruhrgebiet und am Niederrhein realisiert — darunter:

  • Brunnengestaltung am Kornmarkt in Wesel (1988, 1. Preisträger)
  • Stahlskulptur „Durchblick" in Oberhausen (1993, 1. Preisträger)
  • Bahnhofsvorplatzgestaltung Oberhausen-Osterfeld im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscherpark / IBA (1995)
  • „Heresbach-Denkmal" — Marktplatzgestaltung Wesel (1996, 1. Preisträger)
  • „Die Streithähne" für den Skulpturenweg Dinslaken (2001, 1. Preisträger, mit Klaus Jost)
  • Skulpturenpark „Schwarzholz" am Haus Ripshorst, Oberhausen (2007, im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr)

Viele dieser Projekte entstanden in Zusammenarbeit mit dem Künstlerkollegen Klaus Jost, was auf eine fruchtbare künstlerische Partnerschaft hindeutet.

Vernetzung und Engagement

Kuno Lange ist seit 1976 Mitglied im Westfälischen Künstlerbund Dortmund (WKD) und seit 1986 Mitglied im Verein Berliner Künstler (VBK). Seine Ausstellungsliste, die von 1990 bis 2016 reicht, ist beeindruckend lang und umfasst Einzel- sowie Gemeinschaftsausstellungen in Galerien, Museen und Institutionen quer durch Nordrhein-Westfalen — von der Ludwig-Galerie Schloss Oberhausen über das Ostwallmuseum Dortmund bis hin zum Münsterland-Museum Burg Vischering. Hinzu kommen Beteiligungen an Land-Art-Symposien, Skulpturenwegen und kulturellen Großveranstaltungen wie der „Extraschicht".

Vermittlung und Lehre

Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit engagiert sich Lange intensiv in der Kunstvermittlung. Er hatte Lehraufträge an der Universität Essen (1985/86), leitete verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen für Bildende Künstler und realisierte Projekte im Rahmen des Landesprogramms „Kultur und Schule" sowie multikulturelle Jugendprojekte. In seinem Atelier in Mülheim-Heißen bietet er das ganze Jahr über ein umfangreiches Kursprogramm an — von Malerei und Skulptur über Keramik bis zum Aktzeichnen — für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen.

Kuno Lange verkörpert einen Künstlertypus, der im Ruhrgebiet tief verwurzelt ist und zugleich weit über die Region hinaus wirkt. Sein Werk verbindet handwerkliche Meisterschaft mit künstlerischem Forscherdrang, seine Arbeit im öffentlichen Raum prägt das Gesicht ganzer Stadtviertel, und sein Engagement als Lehrender und Vermittler gibt weiter, was ihn selbst antreibt: die Überzeugung, dass Kunst ein elementarer Teil des Lebens ist.

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